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Qualitativ hochwertige Berichterstattung über den Fall Marco

 
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XY-Markus



Anmeldedatum: 14.08.2007
Beiträge: 193

BeitragVerfasst am: Do 16 Aug, 2007 00:13    Titel: Qualitativ hochwertige Berichterstattung über den Fall Marco

Folks,

die Qualität der Berichterstattung in der Presse erscheint mir noch etwas "uneinheitlich", was sicher auch daran liegt, daß es schwer ist, wirklich gesicherte Informationen zu bekommen.

Was haltet Ihr davon, zu versuchen, eine Journalistin für diesen Fall zu interessieren, die als Gerichtsberichterstatterin gewohnt ist, mit komplexen juristischen Sachverhalten richtig umzugehen und sie dabei auch noch in faszinierender, betroffen machender Form für die Leser aufzubereiten?

Ich spiele damit auf die Arbeit von Sabine Rückert, Gerichtsberichterstatterin der Zeit, an, die nach meiner Meinung Berichterstattung auf höchstem Niveau betreibt. Da wahrscheinlich nicht alle Forumsmitglieder das Buch "Unrecht im Namen des Volkes" (eine Pflichtlektüre - Kurzzusammenfassung: zwei Männer werden fälschlich als Vergewaltiger verurteilt und erst nach Jahren intensiver Arbeit rehabilitiert) gelesen hat, empfehle ich als Leseprobe das Dossier "Der Verdacht" aus der Zeit Nr. 26/2003, http://www.zeit.de/2003/26/Verdacht.

Genug Material für ein Dossier sollte sich sicher schon finden lassen.

Grüße,
Markus
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Verfasst am:     Titel: Anzeige

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Lars Kühn



Anmeldedatum: 08.08.2007
Beiträge: 232
Wohnort: Felsberg / Hessen

BeitragVerfasst am: Do 16 Aug, 2007 00:26    Titel: Du wolltest ihr schon immer mal schreiben...

Lieber Markus, bitte verzeih mir, diese mail geht öffentlich an dich, ich denke Du wolltest Frau Rückert schon immer mal schreiben.Bitte tue dies doch auch in diesem Fall selbt, besser wie Du wird niemand glaubwürdig Frau Lückert für die Sache gewinnen können.
Und Ihre Berichte werden wir mit Hilfe unseres Admin gebührend abschotten bzw. veröffentlichen.

Lars
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XY-Markus



Anmeldedatum: 14.08.2007
Beiträge: 193

BeitragVerfasst am: Do 16 Aug, 2007 00:35    Titel:

Lieber Lars,

öffentliche Antwort ist doch völlig in Ordnung, um öffentliches Feedback zu bekommen, habe ich die Frage ja auch gestellt. Smile

Ich besorge mir die Kontaktdaten und versuche mein (unser/Marcos) Glück.

Beste Grüße,
Markus
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Lars Kühn



Anmeldedatum: 08.08.2007
Beiträge: 232
Wohnort: Felsberg / Hessen

BeitragVerfasst am: Do 16 Aug, 2007 00:39    Titel:

Dann jetzt eine ruhige Nacht mein Lieber, dass wir morgen nicht die § mit dem & verwechseln Cool

Und Marco wünsche ich noch eine ganz besondere Macht die über ihn wacht!
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Kamimaze



Anmeldedatum: 31.07.2007
Beiträge: 741
Wohnort: Dresden

BeitragVerfasst am: Do 16 Aug, 2007 08:56    Titel: Re: Qualitativ hochwertige Berichterstattung über den Fall M

XY-Markus hat Folgendes geschrieben:
Folks,

Ich spiele damit auf die Arbeit von Sabine Rückert, Gerichtsberichterstatterin der Zeit, an, die nach meiner Meinung Berichterstattung auf höchstem Niveau betreibt. Da wahrscheinlich nicht alle Forumsmitglieder das Buch "Unrecht im Namen des Volkes" (eine Pflichtlektüre - Kurzzusammenfassung: zwei Männer werden fälschlich als Vergewaltiger verurteilt und erst nach Jahren intensiver Arbeit rehabilitiert) gelesen hat, empfehle ich als Leseprobe das Dossier "Der Verdacht" aus der Zeit Nr. 26/2003, http://www.zeit.de/2003/26/Verdacht.

Genug Material für ein Dossier sollte sich sicher schon finden lassen.

Grüße,
Markus


Hallo Markus,

Sabine Rückert halte ich neben Gisela Friedrichsen (DER SPIEGEL) für die engagiertesten und glaubwürdigsten Gerichtsreporterinnen in Deutschland, ihre Artikel verschlinge ich regelmäßig.

Auch von dem von dir angesprochenen "Unrecht im Namen des Volkes" gibt es im Netz eine Kurzfassung, sehr lesenswert:

http://images.zeit.de/text/2002/19/200219_irrtum.xml

Ich denke, dass sich Frau Rückert den Fall schon angenommen hat, sicher kennt sie auch das Forum hier - Journalisten haben sehr gute Spürnasen... Wink
Sie wird sicher nach dem Prozess auch einen Artikel schreiben, dass Problem zur Zeit ist, dass sie nicht selbst beim Prozess ist und daher auch keine weiteren, gesicherten Informationen hat. Für Journalistinnen wie sie ist es sehr wichtig, dass sie nur das schreibt, was sie auch wirklich sicher belegen kann.

***

Anbei noch ein paar Beispiele von Fällen, bei allen geht es um (angebliche) Vergewaltigungen.

Dresden, 2000:
Eine Polizistin behauptet, in einer Dorfwache vergewaltigt worden zu sein. "Täter" und "Opfer" begegneten sich nie, trotz Alibis muss ein 41-Jähriger für 8 Monate in U-Haft.

Quelle: http://www.zzz-online.de/spon/ein_bisschen_demuetigen.html

Anmerkung: der Fall der angeblichen Vergewaltigung wurde erst vor wenigen Wochen abgeschlossen, Ergebnis: eine Vergewaltigung, von wem auch immer, hat nie stattgefunden

**

Hildesheim, 2005: eine 13-jährige behauptet, mehrfach von mehreren türkischstämmigen Jugendlichen vergewaltigt worden zu sein. Die Jungen kommen für einige Tage in U-Haft und werden später zu kurzen Arreststrafen bzw. Arbeitsstunden verurteilt, welche mit mit der U-Haft bereits abgegolten waren.
Doch das "Opfer" ist an der Tat selbst nicht ganz unschuldig - "In eine Schieflage geraten"

--> http://www.zzz-online.de/spon/schieflage.htm

PS: auch sie behauptete, damals 13-jährig, bereits 15 zu sein...

Weitere Quellen zum Fall:
http://www.shortnews.de/start.cfm?channelstart=1&overview=1&id=573374
http://www.shortnews.de/start.cfm?overview=1&id=580417

***

Leipzig, 2004/2005: eine junge Frau behauptet, vergewaltigt worden zu sein. daraufhin wird ein damals 19-Jähriger verhaftet und verbringt 28 Tage in U-Haft. In dieser Zeit verliert er seinen Ausbildungsplatz. Im ein Jahr später Prozess kommt heraus: der Sex war einvernehmlich:

Quellen:
http://www.shortnews.de/start.cfm?id=574187

http://img91.imageshack.us/img91/2479/bild20050525onenightstandbt4.jpg

Video:
http://www.youtube.com/watch?v=e9AYg_uTpS8
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XY-Markus



Anmeldedatum: 14.08.2007
Beiträge: 193

BeitragVerfasst am: Fr 17 Aug, 2007 00:10    Titel:

Hallo beisammen,

@Lars:

Zitat:
Dann jetzt eine ruhige Nacht mein Lieber, dass wir morgen nicht die § mit dem & verwechseln


Ich glaube bei Juristen glauben doch die meisten, daß sie das § mit dem $ verwechseln. Smile Dabei stimmt das gar nicht, die beiden kommen ja nicht ohne einander aus.

@Kamimaze:

Ich halte es durchaus auch für möglich, daß sich eine von beiden für den Fall bereits jetzt interessiert. Dennoch habe ich mal mein action item zumindest insoweit abgeschlossen, als ich Sabine Rückert entsprechend angeschrieben habe.

Selbst ein "Dossier" zum Fall Marco würde zwar nicht kurzfristig etwas ändern, aber ihre differenzierte Betrachtungsweise, die kritische Auseinandersetzung mit der Justiz und den Beteiligten gleichermaßen (wie in dem von Dir zitierten Dossier zum Fall "Adolf S.") würde zumindest sicherstellen, daß der Fall seinerzeit objektiv beurteilt werden kann und sich daraus vielleicht sogar die eine oder andere Lehre ableiten läßt.

Mir ist übrigens aufgefallen, daß es in der Berichterstattung ein Grundrecht aus der Europ. Menschenrechtskonvention gibt, das ich hier schon als verletzt ansehe, über das aber nocht nicht so sehr ausführlich gesprochen wurde, nämlich Artikel 6 Absatz 3 lit. d EMRK, wonach jede angeklagte Person (u.a.) mindestens das Recht hat, Fragen an Belastungszeugen zu stellen oder stellen zu lassen und die Ladung und Vernehmung von Entlastungszeugen unter denselben Bedingungen zu erwirken, wie sie für Belastungszeugen gelten.

Unter die erste Kategorie fallen m.E. sowohl das angebliche Tatopfer als auch seine Mutter, und mglw. auch eine Reiseleiterin, von der ich glaube mich zu erinnern, daß einmal in der Presse berichtet wurde, sie habe entweder eine schriftliche Äußerung übersetzt oder sonst an einer Übersetzung mitgewirkt (genau erinnere ich mich nicht mehr).

Unter die zweite Kategorie fallen wohl auch die Angestellten des Hotels, die Fragen zum Armband und zur Verabfolgung von Alkohol an das angebliche Tatopfer beantworten könnten, die zumindest für eine Beurteilung der Schuld bedeutsam sein können.

Gerade die Befragung von Belastungszeugen kann nicht effizient über "stille Post" oder schriftlich erfolgen, da es dann nicht möglich ist, unmittelbar auf Äußerungen einzugehen, direkte Vorhaltungen zu machen, auch einmal das Überraschungsmoment zu nutzen, und vor allem, wenn das auch zweischneidig ist, sich einen persönlichen Eindruck von dem jeweiligen Zeugen zu verschaffen.

Auch aus diesen Gründen hoffe ich auf eine ganze Reihe von direkten Vernehmungen im Septembertermin.

Beste Grüße,
Markus[/quote]
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