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Tobi996



Anmeldedatum: 06.11.2007
Beiträge: 56

BeitragVerfasst am: Mi 05 Dez, 2007 11:03    Titel: Focusbericht in Printversion

Im Focus vom Montag, 03.12.07 ist ein 2seitiger Bericht (S. 160 f.) zum Thema Gefährdung für den Türkeitourismus. Als kritische Punkte werden hauptsächlich der Fall Marco und dann noch die zunehmende Anzahl von finanziell potenten russischen Urlaubern, die die Preise für Güter vor Ort in die Höhe treiben, genannt. Der Bericht zitiert die auch in der Onlineversion genannten Aussagen von V. Öger und einigen anderen Reiseveranstaltern. So positiv, wie es in der Onlineversion klingt ist der Artikel insgesamt aber nicht, wenn man auch die Aussagen der türkischen Offiziellen liest. Ich werden den gesamten Artikel nicht zur Verfügung stellen, weil das meiner Ansicht nach gegen das Urheberrecht verstößt, ich zitiere aber die aus meiner Sicht bedenklichen Passagen (Hervorhebungen durch mich):

"Dagegen stärkt DRV-Chef Klaus Laepple seinen Gastgebern den Rücken: "Reisen in die Türkei sind genauso sicher wie vorher. Auf die Aktualität und Sicherheit des Reiselandes Türkei hat dieser Fall keine Auswirkungen!" Solche Worte hört die türkische Administration mit Freude. "In Kürze kommt die Wahrheit an den Tag, dann wird sich die Lage beruhigen", erklärt Tourismusminister Ertugrul Günay im Focus-Gespräch. Erst auf mehrmaliges Nachfragen wird der Politiker konkreter: "In Kürze heißt in ein paar Monaten."" (a.a.O., S. 162)

"Auf die Frage, welche Auswirkungen auf das Geschäft zu befürchten seien, muss Alaaddin Yüksel, Gouverneur der Provinz Antalya, allerdings eine Antwort schuldig bleiben. Seine Berater verweigern die Übersetzung - und lassen wissen: "Diese Frage stellen wir besser nicht!"" (a.a.O., S. 162)

Mich verwundert, wie gelassen der Tourismusminister also hinnimmt, dass die Hauptbuchungszeit (die ist nach dem selben Bericht bis Februar 2008) belastet wird. Das klingt nach der bisher auch vom Gericht bekannten Taktik sich viel Zeit zu lassen und nicht gerade alles für eine schnelle Aufklärung zu tun. Zudem erstaunt es, dass "Berater" (oder sind das politische Aufpasser?) sich weigern können, ihrem Chef eine Frage zu übersetzen. Außerdem fragt sich, warum die Frage besser nicht gestellt wird, weil er sich dann gedrängt fühlt, in seiner Ehre verletzt fühlt, der politische Druck unverschämt stark würde oder weil ihm dann bewusst würde, was da für eine Katastrophe auf seine Provinz zukommt und die "Berater" nicht wollen, dass er aufwacht? Das ist doch alles mehr als dubios. Und ganz ehrlich, den Optimismus, der sich hier nach der verkürzten Online-Version des Focus in Bezug auf den 14.12. breit gemacht hat, teile ich nach dieser Printversion nicht. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Artikel daraufhinweist, dass die russischen Urlauber inzwischen für die Türkei noch wichtiger sind als die deutschen Urlauber und somit die Gefahr nur für die zweitwichtigste Kundengruppe droht. Allerdings ist auch positiv zu bemerken, dass die Reiseveranstalter zumindest alarmiert sind und sich schon schlimmes ausmalen.

"Ende Februar muss ein Großteil der Sommerbuchungen 2008 eingefahren sein. Bis dahin wäre jede weitere Negativschlagzeile der blanke Horror" (a.a.O., S. 162)

Jede weitere Negativschlagzeile in diesem Sinne wäre auch der blanke Horror für Marco und seine Familie und ebenfalls für seine vielen Freunde und Unterstützer. Hoffen wir also, dass uns weitere Negativschlagzeilen erspart bleiben, denn die Hoffnung stirbt zuletzt, was wir uns gerade angesichts der Weihnachtsbotschaft, auf die wir uns im Advent ja vorbereiten, immer wieder klar machen sollten.
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Kamimaze



Anmeldedatum: 31.07.2007
Beiträge: 741
Wohnort: Dresden

BeitragVerfasst am: Mi 05 Dez, 2007 13:29    Titel: Focus

Wenn's Recht ist, stell ich mal den kompletten Artikel hier rein:

Focus hat Folgendes geschrieben:


REISE

Marco-Prozess und Russen-Ansturm drohen den Türkei-Urlaub auf dem
deutschen Markt in eine Krise zu stürzen


Zum gesellschaftlichen Höhepunkt der 57. Tagung des Deutschen
ReiseVerbands (DRV) zeigten sich die Gastgeber spendabel. Im
Kongresszentrum von Antalya inszenierte sich die Türkei vor mehr als
900 deutschen Reisevertretern als farbenprächtig-folkloristisches
Traumziel.

Die Show hätten sich die Türken getrost sparen können. Deutschlands
Urlaubsverkäufer geraten auch so ins Schwärmen: Die Türkei gehört 2007
mit zehn Prozent Besucherzuwachs zu den großen Gewinnern auf dem
deutschen Markt. Das Geschäft brummt. Die Hotels sind voll. Die Kassen
der Reise-büros klingeln. "Wir werden alles tun, damit die Türkei
weiter auf Erfolgskurs bleibt", verspricht denn auch DRV-Präsident
Klaus Laepple.

Der oberste Branchenvertreter könn-te jedoch schneller als gedacht zum
Ärmelhochkrempeln gezwungen sein. Unweit des unbeschwerten
Partygeschehens von Antalya "tickt eine Zeitbombe für den
Türkei-Tourismus", wie es der Vorstand eines Reisekonzerns formuliert.

Im örtlichen Gefängnis sitzt der deutsche Marco W. seit 34 Wochen in
Untersuchungshaft. Der Vorwurf gegenden 17-Jährigen lautet: sexueller
Missbrauch eines 13-jährigen Mädchens aus Großbritannien. "Diese Haft
ist viel zu lang. Sie schadet dem Image des Landes und damit auch dem
Tourismus des Landes", bilanziert inzwischen Vural Öger, Chef des
Türkei-Marktführers Öger Tours. "Die Freilassung gegen Auflagen am 14.
Dezember wäre ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung", so der
Hamburger Unternehmer, zurzeit als SPD-Abgeordneter im
Euro-paparlament in Brüssel.

Sollte es am Verhandlungstermin Mitte Dezember nicht zu einem
Kompromiss kommen, fürchtet Öger Turbulenzen. "Ich möchte nicht
wissen, was in Deutschland los ist, wenn der Junge Weihnachten noch in
Haft ist!"

Ähnliches Unbehagen macht sich auch in anderen Reisekonzernen breit.
"Es ist ein Unding, dass sich die Beweisaufnahme so lange hinzieht.
Wenn es noch länger dauert, habe ich die Sorge, dass es sich negativ
für den Tourismus auswirken kann", warnt Paul Schwaiger, Chef der
deutsch-türkischen Airline SunExpress. Hüseyin Baraner,
einflussreicher Präsident des Europäisch-Türkischen Tourismusrats,
beklagt: "Uns schmeckt die Sache nicht mehr. Zumal es sich
mittlerweile um einen englisch-deutschen Konflikt auf türkischem Boden
handelt."

Dagegen stärkt DRV-Chef Klaus Laepple seinen Gastgebern den Rücken:
"Reisen in die Türkei sind genauso sicher wie vorher. Auf die
Aktualität und Sicherheit des Reiselands Türkei hat dieser Fall keine
Auswirkungen!" Solche Worte hört die türkische Administration mit
Freude. "In Kürze kommt die Wahrheit an den Tag, dann wird sich die
Lage beruhigen", erklärt Tourismusminister Ertugrul Günay im
FOCUS-Gespräch. Erst auf mehrmaliges Nachfragen wird der Politiker
konkreter: "In Kürze heißt in ein paar Monaten."

Für manchen Reisemanager ein allzu langer Zeitraum. Auch deshalb sind
nach FOCUS-Informationen einige hochrangige Branchenvertreter in der
Türkei bereits vorstellig geworden. Die Flucht nach vorn verwundert
kaum. Die neuen Urlaubskataloge kamen erst vor wenigen Wochen auf den
Markt. Ende Februar muss ein Großteil der Sommerbuchungen 2008
eingefahren sein. Bis dahin wäre jede weitere Negativschlagzeile der
blanke Horror.

Auf die Frage, welche Auswirkungen auf das Geschäft zu befürchten
seien, muss Alaaddin Yüksel, Gouverneur der Provinz Antalya,
allerdings eine Antwort schuldig bleiben. Seine Berater verweigern die
Übersetzung - und lassen wissen: "Diese Frage stellen wir besser nicht!"

Hausse wie einst am Neuen Markt. Rund um das Mittelmeer gibt es kaum
vergleichbare Regionen, die ihren Aufstieg von einer bäuerlichen
Provinz zum globalen (Holiday-)Player so ausschließlich dem Geschäft
mit sonnenhungrigen Fremden verdanken wie die Provinz Antalya.
Jährlich landen auf dem internationalen Flughafen mehr als 71000
Charterflüge. Am Küstenstreifen stehen 605 Hotelanlagen mit über
200000 Betten. 123686 sind in Planung. In 22 Jahren stieg die Zahl der
deutschen Türkei-Gäste um 1300 Prozent.

Trotzdem macht eine neue Klientel den Teutonen ihre Vorherrschaft
streitig. In den Sommermonaten stellten in diesem Jahr erstmals die
Russen die wichtigste Gästeklientel.

Auch wenn sie sich längst nicht mehr so lautstark präsentieren wie
noch vor wenigen Jahren: Im Gegensatz zu den Schnäppchenjägern aus
Deutschland spielt Geld bei den Bürgern aus den einstigen GUS-Ländern
zumeist eine untergeordnete Rolle. "Die Russen zahlen 20 bis 25
Prozent weniger für ihre Flüge", so SunExpress-Chef Paul Schwaiger.
Alte Flieger, Pilotengehälter um 900 US-Dollar monatlich und auch mal
der Anflug ohne beantragten Slot, also ohne offizielle
Landegenehmigung, machen die Dumpingpreise möglich.

Vor Ort sitzt das Geld dann umso lockerer. Nicht selten zum Leidwesen
anderer Gäste. In beliebten "Russen"-Hotels, wie etwa der
Design-Herberge "Adam&Eve" in Belek, liegen die Preise in den Shops um
rund 30 Prozent höher als in vergleichbaren Hotels, so ein
Türkei-Kenner.

Bei einem Einbruch auf dem deutschen Markt dürften sich die
wirtschaftlichen Auswirkungen in der Türkei so in Grenzen halten.
"Auch deshalb ist von türkischer Kritik am schleppenden Ablauf des
Marco-Prozesses kaum etwas zu hören", bringt ein Manager die Stimmung
auf den Punkt. Schließlich gehe es auch im Tourismus in erster Linie
ums Geschäft.



PS: Hab ich nicht abgeschrieben ist aus einer kostenpflichtigen Datenbank.. Wink

.
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Ulrich



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BeitragVerfasst am: Sa 15 Dez, 2007 18:53    Titel: Diese Tourismusdebatte nervt mich...

Liebe User,

Herr Marco Weiss ist in Freiheit - das ist das einzige was heute für mich zählt.

Sollte der Türkeitourismus eine Schlappe einfahren, kann er sich bei
seinem Staat dafür bedanken.
Ich empfinde im Nachhinein Genugtuung darüber, dass ich nie in der Türkei Urlaub gemacht habe, und werde dies nach der erlebten unmenschlichen Farce selbstverständlich auch in Zukunft nicht tun.

Der türkische Staat hat aktuell wieder einmal demonstriert, wie er zu
den Menschenrechten steht - für mich steht fest:
NEIN zur EU-Mitgliedschaft!!

Ihnen/Euch allen wünsche ich schöne Weihnachten!
Ulrich
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heike17



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BeitragVerfasst am: Sa 15 Dez, 2007 23:54    Titel:

Es ist doch erschreckend wie käuflich doch alles ist!!! Aber hier zum Glück!!!!
Türkeiurlaub wird es für mich trotzdrem nie mehr geben, kaufe auch keine Produkte mehr aus der Türkei – nun darf man das ja hoffentlich schreiben.
Übrigens hatte ich einige deutsche Reiseveranstalter angeschrieben und nach gefragt, ob sie wirklich so skrupellos und geldg... sind jetzt noch Türkeireisen anzubieten die Hälfte hat zu mindest geantwortet mit bla bla bla

Marco wir sind so froh und glücklich - du gehst hoffentlich auch nie mehr in die Türkei - den Brüdern ist einfach nicht zu drauen Razz
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Emilie Erdbeer



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BeitragVerfasst am: So 16 Dez, 2007 00:16    Titel:

Die Türkei ist ein wunderschönes Land mit sehr Gastfreundlichen Menschen.
Ich persönlich halte gar nichts davon die Türkei nun zu Boykotieren.
Wenn ich das nötiege kleingeld hätte würde ich da wieder hin fliegen und ich werde auch weiterhin bei meinen türkischen Kaufleuten einkaufen, und kaufe weiter Produkte aus der Türkei.
Das ist ja genauso als würde man dem gesammtemn Moslems die "Schuld" an diesen schrecklichen Anschlag von 9.11 geben
Ich finde es ziemlich traurig das Marco Bitte sich nicht negativ über die türkei zu äußern nicht berücksichtigt wird.
Nehmt Euch mal ein Beispiel an ihm.Er hätte allen Grund die Türkei zu hassen.Er ist da in meinen Augen viel weitsichtieger.
Jeder muss das natürlich für sich selber entscheiden was er macht und das ist auch ok so .


LG Bine
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Leben ist das was einem zustößt, während man auf die Erfüllung seiner Träume wartet !
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heike17



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BeitragVerfasst am: So 16 Dez, 2007 00:38    Titel:

hallo,
ich esse auch weiterhin Döner bei " unseren" türken – obwohl ich schon lange überlegt habe - oder würde auch Kleidung bei ortsansässigen türken kaufen , die ist aber nicht mein ding
hätten wir einen türkischen Obsthändler würde ich sicher auch da einkaufen .ABER :was direkt aus der Türkei kommt ist paseé und die Türken mit ihrer doppelten Moral sind mir nun deutlich zu wieder
ich reise viel, bei meinen Türkeiaufenthalten bin ich als Frau immer extrem angebaggert worden trotz zum teil mit Ehering. die dürfen das?! bei anderen Menschen zählt ein anderer Maßstab oder wie ??
ne Türkei ist erledigt wer weiß, gegen welches Gesetz da man( Frau) unwissend verstößt hab einfach keine Lust auf türkischen Knast aber du hast nat. recht, jeder soll selbst entscheiden was er tut.
Außerdem ist doch sooooooooooooooooo schön, dass Marco wieder daheim ist!!!!!!!
lG Heike
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MarionM



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Beiträge: 412

BeitragVerfasst am: So 16 Dez, 2007 08:49    Titel:

heike17 hat Folgendes geschrieben:
ABER :was direkt aus der Türkei kommt ist paseé und die Türken mit ihrer doppelten Moral sind mir nun deutlich zu wieder
ich reise viel, bei meinen Türkeiaufenthalten bin ich als Frau immer extrem angebaggert worden trotz zum teil mit Ehering. die dürfen das?! bei anderen Menschen zählt ein anderer Maßstab oder wie ??

Schon mal was von Bezness gehört?
Diese Form von Betrug hat sich mittlerweile zu einem Geschäftszweig entwickelt, der am Tourismus partizipiert.

Hier kannst Du einiges darüber erfahren
http://www.1001geschichte.de/
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steffikurz



Anmeldedatum: 14.06.2011
Beiträge: 1
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: Do 16 Jun, 2011 14:58    Titel:

Ich bin auf der Suche nach Öger Tours Bewertungen auf diesen älteren Eintrag gestossen und finde es "krass" was damals passiert ist. Zum Glück ist Marco dort wieder gesund rausgekommen. Ich frage mich ob Öger Tours durch diesen Vorfall gelernt hat oder so etwas auch noch 4 Jahre später möglich wäre....
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