winni
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Verfasst am: Mi 21 Nov, 2007 13:53 Titel: Es geht auch anders |
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Dass man verliebte Teenager nicht wie Kriminelle Schwerverbrecher behandeln muss, zeigt uns dieser Fall aus der Steiermark.
13.11.2007 17:39
"Happy end" für steirisches Ausreißerpaar
Weil die Eltern ihre junge Liebe verboten, lebte ein Pärchen wochenlang in einem Wald bei München. Trotz Eiseskälte in einem Zelt und von dem Erlös von Pfandflaschen. Jetzt holten die Eltern beide heim.
"Willkommen Roxanne und Daniel" steht auf einem handgemalten Plakat, das an der Eingangstür hängt. Familie, Verwandte und Freunde haben unterschrieben und Herzen darauf gemalt. Sieben Wochen lang haben sie um die erst zwölfjährige Roxanne aus Leibnitz gebangt. "Die sieben Wochen waren schrecklich, wir haben schon mit dem Schlimmsten gerechnet", erzählt Vater Josef Resch. Doch als die Hoffnung schon mehr und mehr schwand, kam Sonntagnacht der erlösende Anruf aus München. Polizeibeamte hatten die Zwölfjährige und ihren um fünf Jahre älteren Freund an einer U-Bahnstation aufgegriffen.
Im Wald gelebt. "Aufgrund ihrer äußeren Erscheinung waren sie kontrolliert worden", weiß Andreas Dirnberger vom Landeskriminalamt für Steiermark, das wochenlang nach dem jungen Paar fahndete. "Sie haben gleich ihre richtigen Namen angegeben - sie waren wohl froh, dass alles vorbei ist." Seit dem 24. September waren Roxanne Baranyai aus Leibnitz und Daniel Hatzi aus Tillmitsch abgängig gewesen. Weil die Eltern die Liebesbeziehung aufgrund Roxannes Alters verbieten wollten, war das Paar ausgerissen. Mit einem Zelt, zwei Schlafsäcken und 500 Euro im Gepäck. Sieben Wochen lang schliefen sie in einem Zelt im Wald bei München, als das Geld verbraucht war, suchten sie Pfandflaschen und -dosen und kauften sich aus dem Erlös, meist nur wenigen Euros, Lebensmittel.
Fertig. "Sie waren völlig fertig, körperlich und seelisch", berichtet Roxannes Vater, der gemeinsam mit Daniels Eltern noch in der Nacht nach München fuhr und die Kinder heimholte. Roxannes Mutter zog währenddessen die Anzeige gegen Daniel wegen Kindesentziehung zurück. "Verbieten bringt nichts, das haben wir gesehen", betont Josef Resch. "Dass Roxanne wieder da ist, ist das einzig Wichtige. Eine strafrechtliche Verfolgung bringt nichts." Das junge Paar darf sich in Zukunft offiziell sehen. "Unter Aufsicht", betont der Vater.
DANIELE MARCHER
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